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Ratgeber

Haus­halts­auf­lösung: Die Checkliste in 10 Schritten

Von der ersten Sichtung bis zur Schlüsselübergabe – mit dieser Checkliste behalten Sie bei einer Haushaltsauflösung den Überblick und vermeiden die typischen Fehler.

3 Min. Lesezeit LeerHaus24

Eine Haushaltsauflösung steht selten im Kalender. Meist kommt sie nach einem Todesfall, einem Umzug ins Pflegeheim oder einer plötzlichen Veränderung – und dann muss vieles gleichzeitig passieren. Diese Checkliste hilft Ihnen, die Dinge in der richtigen Reihenfolge anzugehen.

1. Fristen und Zuständigkeiten klären

Bevor Sie irgendetwas anfassen, klären Sie zwei Fragen: Bis wann muss die Wohnung leer sein? Und wer darf entscheiden?

  • Bei einer Mietwohnung: Kündigungsfrist prüfen. Nach einem Todesfall geht das Mietverhältnis auf die Erben über; sie können es innerhalb eines Monats außerordentlich mit der gesetzlichen Frist kündigen. Sprechen Sie frühzeitig mit dem Vermieter – oft lässt sich ein früherer Übergabetermin vereinbaren.
  • Bei einer Erbengemeinschaft: Stimmen Sie sich ab, bevor Dinge weggegeben oder entsorgt werden. Ein kurzes schriftliches Einverständnis erspart spätere Diskussionen.
  • Bei Betreuung oder Vollmacht: Prüfen Sie, ob Sie zur Auflösung berechtigt sind.

2. Wichtige Dokumente sichern

Suchen Sie als Erstes nach Unterlagen, die Sie brauchen werden: Testament, Vollmachten, Versicherungspolicen, Bankunterlagen, Rentenbescheide, Mietvertrag, Grundbuchauszüge, Ausweise, Kontoauszüge, laufende Verträge (Strom, Gas, Telefon, Abos). Legen Sie alles in einen Ordner – auch scheinbar Unwichtiges kann später gebraucht werden.

3. Verträge und Zahlungen regeln

Kündigen oder ummelden: Strom, Gas, Wasser, Telefon, Internet, Rundfunkbeitrag, Zeitungen, Vereinsmitgliedschaften, Versicherungen. Dauerauftrag und Lastschriften prüfen. Post: Nachsendeauftrag einrichten.

4. Persönliches und Wertvolles aussortieren

Gehen Sie in Ruhe durch alle Räume und legen Sie beiseite, was bleiben soll: Fotos, Briefe, Schmuck, Erinnerungsstücke, Sammlungen, Bargeld. Schauen Sie auch an ungewöhnlichen Orten nach – in Büchern, Mänteln, Kaffeedosen, unter Schubladen. Wer hier gründlich ist, muss später nichts bereuen.

5. Angehörige einbeziehen

Fragen Sie Familie und enge Freunde, ob sie bestimmte Dinge übernehmen möchten. Vereinbaren Sie einen Termin, an dem abgeholt wird – und einen Stichtag, ab dem alles Übrige aufgelöst wird.

6. Weitergeben statt wegwerfen

Gut erhaltene Möbel, Kleidung, Geschirr, Bücher und Haushaltsgeräte müssen nicht in den Container. Möglichkeiten: Sozialkaufhäuser, gemeinnützige Einrichtungen, Kleiderkammern, Verschenk-Portale oder ein Hinweis an die Nachbarschaft. Wenn Sie eine Firma beauftragen, fragen Sie, wie sie mit brauchbaren Gegenständen umgeht – bei uns gehört die Prüfung auf Weiterverwendung zu jeder Auflösung dazu.

7. Umfang realistisch einschätzen

Zählen Sie nicht nur Zimmer, sondern auch Keller, Dachboden, Garage, Gartenhaus und Abstellräume. Notieren Sie Besonderheiten: Einbauküche, schwere Möbel, Klavier, Gegenstände mit gesonderter Annahme (Farben, Batterien), Etage, Aufzug, Parkmöglichkeit. Das alles bestimmt Aufwand und Preis.

8. Fachfirma beauftragen – und richtig vergleichen

Eine seriöse Firma erkennen Sie daran, dass sie kostenlos vor Ort besichtigt und Ihnen danach ein Festpreisangebot für die vereinbarten Leistungen macht, in dem Abtransport und Entsorgung enthalten sind. Vorsicht bei Preisen am Telefon ohne Besichtigung, bei Barzahlung ohne Rechnung und bei fehlendem Impressum. Fragen Sie nach, was mit den Sachen passiert und was die Firma ausdrücklich nicht übernimmt.

9. Übergabe vorbereiten

Klären Sie mit dem Vermieter oder Käufer, in welchem Zustand die Wohnung übergeben werden muss: Reicht besenrein, oder steht mehr im Mietvertrag? Was darüber hinausgeht, vergeben Sie rechtzeitig an eine Reinigungsfirma oder einen Handwerksbetrieb. Lassen Sie den Zustand bei Übergabe protokollieren und fotografieren. Zählerstände notieren, Schlüssel vollständig übergeben.

10. Abschluss

Nach der Übergabe: Rechnung und Unterlagen ablegen, Kaution zurückfordern, letzte Verträge beenden. Und dann: durchatmen. Sie haben eine der belastendsten Aufgaben hinter sich, die das Leben stellt.


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